Sonntag, 02.03.2014

Guangzhou

Ein paar Wochen verspätet kommt jetzt endlich der Bericht aus Guangzhou :) Ich hatte mir zum Glück stichpunkte gemacht, was alles passiert ist, ansonsten würde ich das alles gar nicht mehr zusammenkriegen. Ein kleiner Tipp zur Aussprache: "zhou" wird wie "Joe" in Cotton Eye Joe ausgesprochen. 

Abends hat unsere Mutter Minwan und mich zum Bahnhof gebracht. Weil es immer noch Neujahrsferien waren, waren noch mehr Leute da als normalerweise und es wurde eine Extra-Wartehalle draußen vor dem Bahnhof aufgebaut. (Normalerweise gibt es eine draußen-Wartehalle, die wurde jetzt aber noch vergrößert). Im Bahnhof war es natürlich genauso voll, aber mir kam es nicht wirklich besonders voll vor weil chinesische Bahnhöfe immer rappelvoll sind und ich nicht wirklich einen Unterschied gemerkt habe. (Außer, dass es schwer war, an die Tickets zu kommen). 18:40 ist der Zug losgefahren. Unsere Bette warem leider nicht auf einer Höhe, also hat meine Gastschwester mit einem netten Mann getauscht, damit wir nebenaneinander schlafen können. WIr hatten die Betten ganz oben (3.Etage) und es war ziemlich klaustrophobisch, weil ich über mir kaum Luft hatte. Während der Zugfahrt konnte ich kaum schlafen, weil der Passagier quer unter mir Schnupfen hatte und laut schnarchte, Der Zug ständig angehalten hat und natürlich hat's die ganze Zeit gewackelt. 

7. Uhr kamen wir endlich in Guangzhou an. Vom Zug gingen wir direkt in Richtung U-Bahn. Der Fahrkartenautomat wollte aber keine größeren Scheine als 10Yuan annehmen also mussten wir zuerst an einem Schalter Geld wechseln. Die Fahrkarten waren grüne Chips. Beide unsere Handys hatten keinen Akku mehr, wir konnten die Frau, bei der wir für die Tage bleiben würden (Freundin von meiner Gastmutter) nicht anrufen. Als wir am Bahnhof, an dem sie uns abholen sollte ankamen, war sie natürlich nicht da. Bei der nächsten Bank durften wir nicht die Steckdose benutzen, die Leute dort haben uns aber zu einem kleinen Laden gezeigt. Der Laden hatte (angeblich) keine Steckdosen, dafür aber Baozi, was wir erstmal gekauft haben, weil wir hungrig waren. Ein großes Hotel in der Nähe lies uns dann zum Glück eine Steckdose benutzen, Minwan lied ihr Handy auf und rief die Frau an. Sie wartete wohl schon seit einer Weile auf uns am Bahnhofseingang. Zuerts hat sie und auf ein Frühstsück bei KFC eingeladen, dann sind wir zu ihrem riesigen Haus gefahren und sie ging zur Arbeit. Nachdem wir zwei Stunden geschlafen hatten, sind wir los in die Stadt gefahren. Wir konnten allerdings zuerst die Bushaltestelle nicht finden weil sie kein Schild oder Dach hatte, sondern nur einen Fahrplan den man nur von der Straßenseite aus lesen konnte. Wir haben uns eine Hello-Kitty-Austellung angeguckt, dann sind wir zur Doraemon Austellung in einem Shoppingcenter gegangen. Dort gab es ein (kostenloses) großes Aquarium mit Fischen, Rochen, Haien und Schildkröten, was wir uns angeguckt haben, bevor wir nach draußen zur Austellung gingen. In dem selben Shoppingcenter gab es auch eine Eisbahn, auf die ich umbedingt wollte, und es war Beckys erstes Mal aus Schlittschuhen! :D Wir haben sowas nicht in Nanchang. Danach haben wir und einen großen Eisbecher gegönnt und sind zum Guangzhou-Turm gefahren. (Ich hatte an diesem Abend eingentlich keine Lust darauf, weil das Wetter total verregnbet und grau war, aber ich konnte Minwan irgendwie nicht davon überzeugen, dass wir sowieso nichts sehen werden). Der Turm war total leer und wir mussten gar nicht anstehen. Wir sind mit der Bubble-Tram gehfahren (die höchste der Welt). Wegen des Wetters konnten wir leider keinen schönen Ausblick genießen,. aber wir konnte den Turm von oben bestaunen, der immer seine Farben gewechselt hat. 

Am nächsten Tag sind wir um 11 Uhr los, um den berühmten Guangdonger Morgentee zu trinken in einem Restaurant. Da es sowieso fast schon 12 Uhr war, machten wir es einfach zu unserem Mittag. Und was wir da gegessen haben war! SO! LECKER! Frittierte Octopustentakeln, Lila-Kartoffelbällchen, Knusprige Klößchen (mit Ei-Butter-Füllung) und DIm-Sum-Shripms. Es war so gut. 

Danach sind wir zum Yuexiu-Park gefahren, um uns die 5-Schafe-Statue anzugucken. Wir haben uns Eintrittskarten gekauft, nur um festzustellen, dass wir sind gar nicht brauchen, um zur Statue zu gelangen. In dem Park gab es nämlich gerade eine Denghua-Austellung (灯花) Ich weiß nicht genau, wie man das auf Deutsch nennt. Chinesische Papierlichter? Auf jeden Fall wirklich schön, vorallem nachts. 

Anschließend sind wir zu einer Einkaufstraße gefahren, haben Eis gegessen, sind in ein 4D Kino gegangen (die gibts hier überall). Bevor wir ins Kino durften, mussten wir durch eine Geisterbahn gehen. Ich hasse sowas und bin richtig ängstlich, also habe ich mich mit meiner Taschenblampe am Handy bewaffnet. Meine Schwester hat mir symbolisiert, ihr das Handy zu geben, damit sie vorne geht und dann ist sie mit meiner Taschenlampe weggerannt! Ich bin ihr schreiend hinterher gerannt, sie hatte die ganzen Bewegungsmelder ausgelöst und dann sind bei mir die ganzen grusligen Hände und Zombies runtergekommen. Der Gang war dazu noch geschlängelt und dann war ich irgendwann im Dunkeln. :( Naja, das 4D Kino war cool, obwohl unsere Sitze nicht synchron waren. Ich habe noch ein paar Sachen gekauft (Souvenirläden gibts leider hier nicht) und dann sind wir zurückgefahren. 

Am dritten Tag sind wir vormittags zu einer anderen, mehr westlichen Shoppingstraße gefahren. Das Wetter war endlich gut und die Sonne schien. Ich habe richtig tolle Postkarten gekauft. Auf der Straße war eine Art Austellung, bei der Restaurants Imbissmäßig ihre Gerichte vorgestellt haben. Wir haben Fischhaut und Raupen probiert, und Frische Kokosnussmilch direkt aus der Kokosnuss.

Nachmittags haben wir zuhause aus Yifan und seine Freundin (jetzt: Frau) gewarten, die aus ihrem Urlaub auf den Phillipinen zurückkamen. Zusammen sind wir dann abends zu einem großen Platz in der Nähe des Turms gefahren, wo ziemlich viele Menschen waren und man shcön die Hochhäuser sehen konnte. Der Turm hat außerdem eine Lichtshow mit Musik gegeben.

Samstags sind wir 4 (Minwan, Yifan, Sunny) zum Bahnhof gefahren. Yifan ist vorher noch schnell zu IKEA (gibts nicht in Nanchang übrigens) um Verpflegung zu kaufen. Schokolade, Haferkekse, Knäckebrot und Schokoküsse. Die Schokoküsse hatten aber Schokolade als Boden und nicht Waffel. Und alle dachten, das Knäckebrot wären Kekse :P Hat ihnen dann natürlich nicht geschmeckt (so ganzh trocken). 18 Uhr kamen wir in Ganzhou, Sunnys Heimatstadt an. Wir haben mit ihrer ganzen Familie im Restaurant Abendbrot gegessen, dann eine Nacht im Hotel übernachtet und sind am nächsten Morgen nach Nanchang zurückgefahren.