Dienstag, 27.05.2014

Hong Kong

An diesem Wochenende war ich mit Gaia in Hong Kong. Donnerstagabend bin ich mit dem Zug nach Guangzhou gefahren (Ich bin leider zum falschen Bahnhof gegangen, konnte mein Ticket aber zum Glück noch umtauschen. Mein schönes unterstes Bett war natürlich dann weg L ). Morgens bin ich in Guangzhou angekommen und zum Tierpark gefahren. Es hat den ganzen Tag leicht geregnet, aber das hatte ich erwartet. Ich habe nur circa zwei Stunden im Zoo verbracht, weil er relativ klein war und die meisten Tiere wegen des Wetters nicht draußen waren. Ich habe aber Pandas gesehen, und bei den 20 Yuan Eintritt will ich mich ja nicht beschweren. Danach bin ich noch ein bisschen in der Innenstadt rumgeschlendert und habe mich 17 Uhr mit Gaia an der U-Bahnstation ihrer Schule getroffen. Wir sind zusammen nach Hause gefahren und mit ihren Eltern und Cousine in ein Restaurant essen gegangen. Ihre Eltern sind wirklich super super nett. Deren Sohn macht gerade ein Auslandsjahr in Deutschland und will auch dort studieren. Am Samstag sind Gaia und ich morgens mit dem Zug nach Hong Kong gefahren (erst nach Shenzhen, dort durch die Grenzkontrolle und dann mit der U-Bahn bis in die Innenstadt). Unser erstes Ziel war das Victoria Peak, weil wir perfektes Wetter hatten und nicht wussten, wie lange es dauert, bis es anfängt zu regnen (letztendlich hatten wir das ganze Wochenende perfektes Wetter). Auf den Berg zukommen und wieder runter hat wirklich ewig gedauert, weil man so lange anstehen musste für die Peak Tram. Das nächste Mal werde ich wahrscheinlich wandern, wenn ich mehr Zeit habe (dauert so 2 bis 3 Stunden). Danach sind wir zur Hong Kong University gefahren, die ich mir angucken wollte, für den Fall ich vermisse China/Asien nach 2 Jahren zu sehr oder will ein Auslandsemester/-jahr dort machen. Der Campus ist komplett auf einem steilen Hang gebaut und ist wie alles in Hong Kong extrem eng. Wenn man hier studiert wird man bestimmt richtig sportlich, jeden Tag so viele Treppen hoch und runter. In die Bibliothek konnten wir leider nicht rein, aber sie sah tausendmal besser aus als die in der Nanchang Universität. Danach sind wir zum District unseres Hotels gefahren, Tsim Sam Tsui und haben uns Döner (Teller) und Türkischen Salat gegönnt :D Hong Kong ist wirklich komplett überhaupt nicht China. Es ist eher wie Europäische Hauptstädte mit massenhaft Immigranten und Aktionen und Events, sehr abwechslungsreich (leider auch genauso teuer). Ich war außerdem sehr verwirrt, welche Sprache ich reden soll. Die offizielle Sprache ist Kantonesisch (verstehe ich absolut gar nicht. Die haben 8 Töne?!), fast jeder spricht aber English und Mandarin wahrscheinlich auch. Wenn ich mit chinesisch-aussehenden Menschen geredet habe, hatte ich immer den Drang Mandarin zu sprechen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie Mandarin sprechen ist nicht höher als English. (Wobei ich glaube fast alle Kantonesen können Mandarin, damit kommt man also weiter, wenn sie kein Englisch können).  Nach diesem leckeren Abendbrot sind wir zum Fluss gefahren, um uns die Lightshow anzugucken (Jeden Abend 20 Uhr). Danach sind wir zur Avenue of Stars gegangen und haben Qualle gegessen. Abends noch ein bisschen in Tsim Sam Tsui rumgeschlendert, Frühstück für den nächsten Morgen gekauft (sehr westlich: Müsli und Jogurt ^^) und gegen 11 in unserem Hotel eingecheckt. Sonntags sind wir zuerst zum Hung Hom Bahnhof gefahren, um uns Zugtickets von Hung Kong direkt nach Guangzhou zu kaufen. Anschließend sind wir zum „Museum des vierten Junis“ (Tiananmen-massaker)  gelaufen. Wie man dieses Museum ohne genaue Adresse finden kann, ist mir ein Rätsel. Es ist im 5. Stock eines Gebäudes und unten steht gar nichts dran, dass man wissen könnte, das Museum sei hier. Es ist wirklich sehr klein, nur ein Raum. Die Infotafeln waren leider nicht auf English, aber sie haben eine Website eingerichtet, mit der englischen Übersetzung. Die Mitarbeiter waren auch alles sehr nett, haben uns ein Videos gezeigt und viel erklärt. Außerdem hatte das Museum eine Nachbildung der „Göttin der Demokratie“. Draußen vor dem Gebäude war übrigens ein Mann mit schwarzer Agentensonnenbrille und etwas, das aussah wie ein USB Headset. Ich bin mir ziemlich sicher, das ist ein Spion der PRC der aufpasst, dass keine Verdächtigen ins Museum gehen. Nachmittags waren Gaia und ich in Mong Kok Souvenirshoppen und auf dem Goldfischmarkt (wo man alle Arten von Haustieren kaufen kann). Unser Zug hatte Verspätung, weshalb wir zwei Stunden noch auf dem Bahnhof rumgelungert haben und erst nach um 11 zu Hause angekommen sind. Montag haben wir vormittags unseren Schlaf nachgeholt und sind Mittags mit Gaias Gastmutter koreanisches Kaorou essen gegangen. Danach wollten wir eigentlich in Guangzhou Museum gehen, das war aber schon zu also sind wir in die Bibliothek gegangen, die direkt daneben war. Wirklich groß und schön und bibliothekisch (nicht so wie die verstaubte, kalte in Nanchang). Gaias Mutter hat uns halb fünf abgeholt, wir sind nochmal essen gegangen (mit Vater + Freunden) und dann wurde ich zum Bahnhof gebracht (diesmal zum richtigen). Ich habe mich natürlich auf mein schönes, unteres Bett gefreut, aber auch diesmal hat es nicht geklappt L Eine Frau hatte nämlich nur ein Bett ganz oben buchen können und wollte tauschen. Sie war schon über 80, da kann ich ja nicht Nein sagen. Wir hatten dann auch noch eine fast physische Auseinandersetzung, weil sie mir Geld geben wollte (untere Betten sind teurer). Chinesen können immer so aggressiv werden, wenn es um Geld geht. Die gute Frau wollte mir das wirklich mit aller Gewalt (Ja, Gewalt!) in die Hand drücken/Tasche schieben. Was für mich fünf Euro sind, fühlt sich für chinesische Rentner wahrscheinlich wie 50€ an…

Heute Morgen halb acht bin ich Nanchang angekommen. Wegen des Staus habe ich 90 min. nach Hause gebraucht und hätte es sowieso nicht mehr rechtzeitig zum Unterricht geschafft, weshalb mir meine  Lehrerin für heute frei gegeben hat.

Insgesamt ist Hong Kong eine mega coole Stadt und hat mir viel mehr als Shanghai gefallen. Es ist wirklich nicht China und wenn man kein Problem mit Enge und Hitze hat, ein echt guter Ort zum Leben.

 

PS: Nur noch 24 Tage bis ich zurück fliege :O Und ich weiß nicht wirklich, wie ich die noch nutzen soll. Wahrscheinlich essen, in die Schule gehen, mit Yanhong treffen und noch umbedingt zum Lushan!